Wie wird es mal sein?

Mit Schwung schiebe ich den Hebel der Zeitmaschine, in der ich es mir eben bequem gemacht habe, nach hinten, Richtung Vergangenheit. Wer weiß, vielleicht lässt sich das ein oder andere ja noch korrigieren…

Allerdings war das wie meistens zu schnell und so krabbelt ein Baby aus der Kabine… Kein Wunder, dass sich davon nichts weiter erzählen, geschweige denn schreiben lässt. Irgendwie und irgendwann muss das Baby dann erneut an den Hebel gekommen sein und düst mit Wucht nach vorn, in die eigene Zukunft. Wir ihr euch inzwischen leicht selbst ausmalen könnt, auch diesmal ein Stück zu weit.

Wo bin ich denn hier gelandet? Von leicht links hinten schiele ich etwas verdattert nach vorne auf einen hellen Sarg aus Pappe. Oh: Meine eigene Beerdigung, wie ich halb amüsiert, halb schluckend konstatiere. Gerade ertönen von allen Seiten während einer lockeren Erzählrunde verschiedene Stories, meist zum Lachen, mal zum Weinen. Jede/r, die/ der mag, steht anschließend auf und gießt aus unterschiedlichen Gefäßen Farbe über den mugeligen Pappsarg, der dabei immer mehr das Aussehen eines psychedelischen Ostereies angenimmt.

Auf dem Weg hinaus spielt eine wild zusammengewürfelte Band beschwingt-jazzig-bluesige Bluegrass-Rhythmen. Am Grab dann, es ist Sommer und heiß, steht für die Mitfeiernden ein Gläschen gekühlter Prosecco bereit. Während alle anstoßen „L‘ chaim – auf das Leben noch im Tod!“ gleitet der Sarg – keine Urne, wie ich zufrieden feststelle – langsam nach unten. Zugleich steigt ein ansehnlicher Ballon in die Höhe… … der in etwa 5m über den Köpfen in einer leuchtend-bunten Explosion auseinanderstiebt.

Ja, so dürfte es einmal sein.

Markus Grünling

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

Kommentieren