Wenn alles stimmt, dann muss nicht alles stimmen

Impressionen aus einer Freien Trauung an Pfingsten

Herrlich, wenn eine Freie Trauung von Anfang an Leichtigkeit und Freiheit atmet. Da gibt es am Rande des Ortes ein altes Schloss, dem man sein Alter ansehen darf. Eine herrschaftlich breite Einfahrt ist auch ohne Torflügel vollkommen. Weite Rasenflächen und mächtige ausladende alte Bäume. Kleine hübsche Details aus altem Holz gebastelt, die Umrisse eines Häuschens aus Birkenstämmchen gezimmert. Eine bunte Gästeschar, koreanische Frauen in prachtvoll leuchtender Seide.

Die Krönung des ganzen: ein Kronleuchter, wie aus dem Phantom der Oper herbeigezaubert. In seiner Pracht würde er jeden Raum sprengen – also ist er draußen über der Terasse sicher angebracht und strahlt mit der Sonne um die Wette. Ein langer großer Raum fasst die Gäste kaum, dicht an dicht, jedes Alter ist vertreten.

Kein Mikrofon – doch es bleibt mucksmäuschen still. Außer, wenn die Ansprache Details enthält, die zum Widerspruch einladen – dann wird wunderbar miteinander kommuniziert. Als ich von einer singenden Braut erzähle, die von ihrem Liebsten mit Gitarre begleitet wird, ernte ich schallendes Gelächter. Noch beim Gratulieren wird mir von allen Seiten erklärt, dass die Braut gerade gar nicht singt. Und das Schönste: die Braut erzählt es mir auch noch mal mit dem herrlichsten Lächeln im Gesicht meint sie: „aber das ist doch gerade das Schöne, wenn so was in die Welt gesetzt wird und man schauen kann, wie alle darauf reagieren“.

Das kann doch nur gut gehen, für die zwei. Da ist pure Lebensfreude. Pfingsten eben!

Iris Dittberner-Glatz
(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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