• Die Elbphilharmonie oder von der Komposition einer Rede

    Wir fahren gemütlich durch die halbe Republik zum runden Geburtstag einer Kollegin. Bei der Einfahrt in die Hansestadt schimmert das Licht golden gegen den ultramarinblauen Abendhimmel. Selbstredend geben wir auf ihrer Fête einen Rapp wie zwei Lieder zum besten, begleitet von einem Freund an der Gitarre. Er berichtet mit vor Begeisterung glitzenden Augen, dass er nun den Satz der Philosophen „Übung ermögliche Freiheit“ verstehe, da er den Song so lange geübt habe, bis er den Text dazu locker hinzufügen konnte.

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  • Berührung

    Wir im nördlichen Europa leben in einer Kultur, die mehr und mehr vom Intellekt geprägt wird.  Möglichkeiten zu Berührungen werden weniger und weniger. Küsschen hier und da, eine Umarmung, ja schon das Hände schütteln zur Begrüßung werden ständig uncooler.

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  • Zufriedenheit?

    Eine gute Freundin, von Beruf Psychologin, erzählte mir folgende Geschichte: „Kommt da eine ältere Frau, so um die 70, die schon länger bei ihr sei, noch ganz empört und berichtet völlig außer sich, von ihrem Mann, der den ganzen Tag im Garten gearbeitet hat, um dann am Abend wohlig seufzend zu ihr zu sagen, wie zufrieden er nun doch sei! Und ja, so meinte sie, auch sie hätte gesehen, welch großes Stück er bearbeitet und dass ihr Garten nun wirklich wieder schöner geleuchtet habe. Aber z u f r i e d e n?? Nein, Zufriedenheit, das sei doch wirklich etwas ganz anderes!“

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  • Buchempfehlung – Gestern Unterwegs von Peter Handke

    Wir ziehen oft um: die letzten 20 Jahre im Schnitt alle drei Jahre. Da wir die Kisten selber schleppen, überlegen wir genau, was brauchen wir wirklich und was ist überflüssig. Besonders bei den Bücherkisten stellt sich diese Frage stets mit „besonderem Gewicht“. Entsprechend wenige Bücher ziehen mit uns um. ‚Gestern Unterwegs‘ ist so ein seltenes Exemplar, ein echtes >Vademecum<,  das begleitet, stärkt und tröstet.

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  • Nackt und bloß auf der Walz

    Woher nur nimmt dieser schmale 34jährige Mann aus der Großstadt, ohne Erfahrung im Unterwegs-sein oder Wandern, den Schwung einfach aufzubrechen? Mit einem 28 kg schweren Rucksack auf dem Rücken, unpassender Kleidung, ungeeigneten Schuhen, vor seinem Bauch ein Holzbrett dazu seine Freundin im dritten Monat schwanger?

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  • Auf dem Weg zum „Großen Ganzen“

    Eben noch rechtzeitig erreichen wir unser Schiff, das uns auf der Havel zu einer kleinen Schlösserrundfahrt mitnehmen wird. Unter Deck ist es ebenso stickig wie kaffefahrtmäßig. Also nichts wie rauf zur Frischluft. Wolken hängen tief, es fieselt vor sich hin, dafür schweift der Blick frei.

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  • Hinter’m Schleier

    Rituale halten sich lange und – keinerlei Widerspruch – entstehen immer wieder spontan neu. Weshalb? Nun sie sind eine tief im Menschen verwurzelte Verhaltensweise zur Krisenbewältigung, zum Durchspielen von neuen, uns darum ängstigenden Veränderungen.

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  • Rituale: ein offener Himmel

    Nach Jahrzehnten wieder in Rom, wir sind im Pantheon, diesem phantastomatischen Bau aus dem 2 Jahrhundert: römische Baukunst vom allerfeinsten. Erst in den letzten Jahren gelang es Ingenieuren sich ein ungefähres Bild davon zu machen, wie die Römer es schaffen konnten, diese Kuppel zu konstruieren, die dem Ehrgeiz, dem Geld und dem Wissen der Renaissance-Päpste trotzte und die Kuppel des Petersdoms um zwei Meter schlägt.

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  • Knock on wood – die Erneuerung eines Eheversprechens

    Neben den klassischen Trauungsfeiern – der grünen Hochzeit also, werden immer mehr Feiern zu Jubiläen angefragt, sei es zum 10jährigen, zur silbernen Hochzeit oder zu jedem beliebig anderem Datum. So verschieden die Feiern, so veschieden sind auch die Anlässe – in diesem Falle eine schwere Erkrankung des Mannes, die er nur knapp und mit Glück überlebt hatte.

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  • Wie wird es mal sein?

    Mit Schwung schiebe ich den Hebel der Zeitmaschine, in der ich es mir eben bequem gemacht habe, nach hinten, Richtung Vergangenheit. Wer weiß, vielleicht lässt sich das ein oder andere ja noch korrigieren…

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