Kati Bond: Ich bin freie Theologin – mein Traumberuf

Kati Bond begleitet Brautpaare in freien Zeremonien. Was reizt sie an dieser Arbeit? Und wie ist das, wenn man regelmäßig den unterschiedlichsten Paaren hilft, den Bund fürs Leben zu schließen.

Was bedeutet es Ihnen freie Theologin zu sein?

Es ist einfach ein schöner Beruf, die Menschen sind glücklich, das Wetter schön und ich begleite das Paar dabei, diesen Tag mit Freude und Tiefgang zu begehen.  Ein ganz wichtiger, manchmal fast der wichtigste Teil dabei ist das ausführliche Vorgespräch, wenn sich die beiden und mir noch einmal erzählen, wie sie sich kennengelernt haben, was es denn ist, was sie aneinander lieben. Dabei wird mir auch immer wieder klar, wie wichtig die Liebe in meinem Leben ist.

Sie sind seit fast 10 Jahren als freie Theologin tätig. Ist Zeremonienleiter Ihr Traumjob?

Naja, als ich 8 Jahre alt war, bin ich an einem Sonnabend einmal zu spät zur Schule gekommen, weil ich einer weißen Hochzeitskutsche hinterhergerannt bin, bis zur Kirche, am liebsten wäre ich mit reingegangen, aber dann fiel mir doch ein, dass ich eigentlich woanders sein sollte! Da scheint sich ja etwas angebahnt zu haben.

Was ist das für eine Stimmung, wenn man vor den Paaren steht, die sich ein Eheversprechen geben?

Immer eine sehr schöne und bewegende Stimmung und wenn sich das Paar dann küsst, dann bin ich auch froh. Der schönste Moment in vielen Zeremonien ist für mich wenn der Bräutigam vorne steht und die Braut wird hereingeführt. Sie schauen sich in die Augen und ich spüre da so eine tiefe Verbindung und Rührung, das Glück über wie schön der andere ist.

Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen?

Durch einen Kollegen, der diese Art der Arbeit schon länger macht.

Wenn Sie sagen, die Arbeit als Zeremonienleiterin heute Ihr Traumjob. Was ist das Schöne daran? Die vielen glücklichen Gesichter?

Es ist ein schöner Ausgleich zu meinem anderen Job als Coach und Organisationsberaterin, wo die Menschen meine Unterstützung ja doch eher in schwierigen beruflichen Situationen suchen. Bei den freien Trauungen hingegen habe ich es immer mit glücklichen Menschen zu tun, die Liebe zeigt sich da in besonderer Weise. Natürlich ist es sehr schön, wenn nach der Trauung Gäste zu mir kommen und sagen, dass sie auch für Ihr Leben angerührt waren.

Wie sieht eine normale Begleitung bei Ihnen aus?

Ich biete den Paaren ein unverbindliches Kennenlerngespräch an. Wenn sie sich entschieden haben, dann gibt es ein ausführliches Gespräch, in dem die beiden mir Ihre Geschichte, Ihre Träume und Hoffnungen und auch von Ihrer Liebe erzählen.

Ich gebe den Paaren Vorschläge für ihr Eheversprechen, das sie aber immer individuell gestalten können und auch Vorschläge zu den Texten für den Anfang. Dann gibt es noch ein Gespräch in dem wir den Ablauf der Zeremonie genau besprechen, sollen die Trauzeugen eine Rolle spielen, jemand etwas sagen, wer macht die Musik und solche Dinge. So dass am Tag der Zeremonie das Paar nur die normale „Hochzeitsaufregung“ hat, sich aber keine Gedanken zur Zeremonie machen muss.

Wenn der Sohn/ die Tochter eines Nachbarn Sie nach Ihrem Beruf fragen würde, was würden Sie ihm/ihr sagen?

Ich begleite Menschen dabei, wenn Sie heiraten, Ihr Glück öffentlich machen und vor den Menschen, die ihnen lieb und wichtig sind, JA zueinander sagen.

Welche Voraussetzungen müsste er/sie mitbringen?

Zuhören können, die Menschen durch behutsames Stellen der richtigen Fragen dazu zu bringen, sich zu öffnen. Neugierde und Freude an verschiedensten Lebens- und Liebesmodellen.
Die Fähigkeit auch vor größeren Menschengruppen leicht und froh zu sprechen.

Gibt es bei den Zeremonien auch mal lustige Begebenheiten, oder ist das alles immer feierlich ernst?

Eine Hochzeitszeremonie hat immer auch sehr fröhliche und lustige Seiten.  Neben dem Berührenden was das Paar mir erzählt, gibt es ja oft auch lustige Geschichten zum Beispiel als Antwort auf die Frage, ob es denn auch etwas gibt, was einen am anderen stört. Ein Bräutigam antwortete zum Beispiel darauf, dass seine Liebste in wichtigen Momenten beim Fußball gerne vor dem Fernseher steht und unwichtige Fragen stellt. Oder ein Bräutigam fügte nach dem sehr schönen und berührenden Eheversprechen noch an, dass er seiner Frau nun endlich den neuen Kühlschrank verspricht. Also ja, lustige Begebenheiten gibt es jede Menge.

Fällt Ihnen eine Begebenheit bei einer freien Trauung ein, die Sie Ihr Leben lang nicht vergessen werden?

Ein Patenkind sollte die Ringe bringen, die Zeremonie fand auf einem Bootssteg statt, die Ringe fielen ins Wasser und der Bräutigam hat unter der fröhlichen Anteilnahme der Gäste seine Hosen hochgekrempelt und die Ringe aus dem Wasser geholt. So etwas macht eine Trauzeremonie für alle Anwesenden wirklich unvergesslich.

[Mit diesen Fragen geben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft freier Theologen Einblicke in Ihre Arbeit. Nehmen Sie mit Kati Bond Kontakt auf, wenn Ihnen weitere Fragen auf der Zunge liegen.]

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