Jutta Hamm: Ich bin freie Theologin – mein Traumberuf

Jutta Hamm begleitet Brautpaare in freien Zeremonien. Was reizt sie an dieser Arbeit? Und wie ist das, wenn man regelmäßig den unterschiedlichsten Paaren hilft, den Bund fürs Leben zu schließen.

Sie sind seit fast 5 Jahren als freie Theologin tätig. Ist Zeremonienleiter Ihr Traumjob?

Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Als Freie Theologin habe ich immer mit Menschen zu tun und ich bin in meiner Arbeit ganz frei, das ist mir sehr wichtig. Also ja, es ist mein Traumjob.

Was ist das für eine Stimmung, wenn man vor den Paaren steht, die sich ein Eheversprechen geben?

Ich fühle mich sehr privilegiert, dass ich an diesen Emotionen solchen Anteil nehmen darf. Ich glaube, ich strahle die meiste Zeit, weil ich mich so mit dem Brautpaar freue. Bei einer Freien Trauung gibt es so viele Emotionen, Lachen aber auch Weinen. Wenn das Brautpaar oder vielleicht die Eltern vor Freude weinen, dann muss ich sehr konzentrieren … das berührt mich sehr.

Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen?

Früher war ich hauptberuflich als Theologin bei der Kirche tätig. Nachdem ich dort gekündigt hatte, war es naheliegend als Freie Theologin zu arbeiten. Schließlich ist das der Beruf, den ich „kann“ und der mir liegt.

Wenn Sie sagen, die Arbeit als Zeremonienleiter/in heute Ihr Traumjob. Was ist das Schöne daran? Die vielen glücklichen Gesichter?

Es ist einfach schön, an so einem besonderen Tag im Leben von zwei Menschen dabei sein zu dürfen. Und ich glaube auch tatsächlich, dass ich einen wichtigen Beitrag zum Gelingen dieses besonderen Tages leiste und darauf bin ich stolz.

Wie sieht eine normale Begleitung bei Ihnen aus?

Meist melden sich die Brautpaare per E-mail. Dann vereinbaren wir ein Kennlerngespräch, das aber auch manchmal schon über eine bloßes Kennenlernen hinausgeht, wenn die Chemie auf Anhieb stimmt. Es gibt zwei große Themen, über die wir sprechen: Der Ablauf der Zeremonie und der Inhalt meiner persönlichen Rede über das Brautpaar. Das wichtigste ist, dass am Ende alles geklärt ist, das kann nach 2 Treffen sein oder auch nach 4 Treffen. Ich habe viele internationale Paare, weil ich mich auf englischsprachige Hochzeiten spezialisiert habe. Von daher führe ich die Gespräche auch oft über Skype und auf Englisch und sehe das Brautpaar manchmal erst am Hochzeitstag zum ersten Mal persönlich.

Wenn der Sohn/ die Tochter eines Nachbarn Sie nach Ihrem Beruf fragen würde, was würden Sie ihm/ihr sagen?

Dass ich Hochzeiten und Trauerfeiern gestalte, meistens für Menschen für die eine kirchliche Feier aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt.

Welche Voraussetzungen müsste er/sie mitbringen?

Um diesen Beruf auszuüben? Ich persönliche finde, dass Empathie und Authentizität die wichtigsten Voraussetzungen sind.

Gibt es bei den Zeremonien auch mal lustige Begebenheiten, oder ist das alles immer feierlich ernst?

Oh nein, es ist auch oft lustig. Das hängt auch sehr vom Brautpaar und deren Freudeskreis ab. Ich habe es schon erlebt, dass die Freunde des Bräutigams lustige Bemerkungen dazwischen gerufen haben – so was greife ich dann natürlich gerne auf. Ich finde es gut, wenn auch mal gelacht oder wenigstens geschmunzelt wird. Oft ist dann der Bann gebrochen, wenn die Gäste merken, dass es keine allzu steife Veranstaltung wird und sie entspannen sich dann und genießen die Hochzeit.

Fällt Ihnen eine Begebenheit bei einer freien Trauung ein, die Sie Ihr Leben lang nicht vergessen werden?

Klar, da gibt es mehrere. Zum Beispiel hat eine Braut bei einem freien Eheversprechen zu ihrem Bräutigam gesagt: „Ich verspreche Dir, ich werde immer lieber mit Dir Fußball gucken als Rosamunde Pilcher.“ Das ist dann übrigens auch gleich ein gutes Beispiel für eine Gelegenheit, wo gelacht wurde. Gleichzeitig ist es ein sehr schönes, emotionales Versprechen, bei dem sich zeigt, dass das Paar auf einer Wellenlänge ist – jedenfalls in diesem Punkt.

(Mit diesen Fragen geben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft freier Theologen Einblicke in Ihre Arbeit. Nehmen Sie Jutta Hamm mit Kontakt auf, wenn Ihnen weitere Fragen auf der Zunge liegen.)

 

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