Iris Dittberner-Glatz: Ich bin freie Theologin – mein Traumberuf

Iris Dittberner-Glatz begleitet Brautpaare in freien Zeremonien. Was reizt sie an dieser Arbeit? Und wie ist das, wenn man regelmäßig den unterschiedlichsten Paaren hilft, den Bund fürs Leben zu schließen.

Sie sind seit fast 10 Jahren als freie Theologin tätig. Ist Zeremonienleiter Ihr Traumjob?

Jede Freie Trauung hat viele traumhafte Momente. Die Atmosphäre dieses Festes ist voller Leichtigkeit. Gleichzeitig bergen die Rituale auch die Kraft und den Ernst des Lebens in sich. Mit dabei zu sein, zu prägen und zu entfalten, wie sich ein Paar diesen wichtigen Augenblick Ihres Lebens wünscht, ist eine wunderbare Sache. Von jeder Trauung fahre ich fröhlich und beschwingt nach Hause.

Was ist das für eine Stimmung, wenn man vor den Paaren steht, die sich ein Eheversprechen geben?

Ich lasse mich inspirieren von der Stimmung des Festes, der beiden Menschen, die vor mir stehen, bin ganz in diesem Moment, und bin mir bewusst, dass sich jetzt eine Entscheidung von großer Tragweite vollzieht …

Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen?

Ich war nach dem Theologiestudium drei Jahre Pastorin. Habe dann ganz bewusst den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Freiberuflichkeit verlegt. Habe eine eigene Praxis für Paar- und Lebensberatung aufgemacht und bin dann auf die „Freien Trauungen“ aufmerksam geworden. Das hat mich sofort begeistert und wenige Monate später habe ich die erste Freie Trauung gestaltet.

Wenn Sie sagen, die Arbeit als Zeremonienleiterin heute Ihr Traumjob. Was ist das Schöne daran? Die vielen glücklichen Gesichter?

An einem so wichtigen Schlüsselmoment des Lebens dabei zu sein, ihn mit zu gestalten bzw. zu unterstützen, dass die Vorstellungen der beiden Menschen und Ihrer Gäste voll und ganz zum Zuge kommen.

Und dann natürlich mit dabei zu sein, wenn die Vorstellung vom Fest durch die Wirklichkeit getoppt wird, weil das Erleben noch schöner und reichhaltiger ist als die Vorstellung.

Wie sieht eine normale Begleitung bei Ihnen aus?

Oft erreicht mich am Anfang eine Mail oder eine kurze telefonische Anfrage, ob der Termin noch frei ist. Falls es so ist, lade ich das Paar zu einem Kennenlernen ein. Wenn das Paar sich entscheidet, Ihr Fest mit mir zu gestalten, schließen wir einen Vertrag miteinander und machen einen weiteren Termin für ein ausführliches Vorgespräch aus. In dem erzählen mir die Beiden Ihre Geschichte, wir besprechen, wie Sie sich eine Festrede vorstellen und wir reden auch schon über den Ablauf der Trauung. Sie bekommen viel Material, Texte mit, um auszusuchen, sich inspirieren zu lassen und dann treffen wir uns noch einmal, um den Ablauf sorgfältig und detailgenau zu besprechen.

Gibt es bei den Zeremonien auch mal lustige Begebenheiten, oder ist das alles immer feierlich ernst?

Ich finde es super, dass eine Freie Trauung live ist und nicht einstudiert. Wenn alles gut durchdacht ist, dann passiert nichts peinliches oder unaufmerksames, sondern einfach Situationen, die witzig, humorvoll sind. Wenn die kleine Tochter des Brautpaares nochmal die Ringe überreichen möchte und noch mal … oder wenn die Blumenkinder einfach stehen bleiben, staunen und die Blumen völlig vergessen, wenn die Braut oder der Bräutigam beim Eheversprechen weinen … und aus der hinteren Reihe ein Taschentuch nach vorne kommt …

Was bedeutet es Ihnen freie Theologin zu sein?

Frei und unabhängig und ganz und gar mir und dem Paar verpflichtet zu sein, dass das Fest gelingt.

(Mit diesen Fragen geben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft freier Theologen Einblicke in Ihre Arbeit. Nehmen Sie mit Iris Dittberner-Glatz Kontakt auf, wenn Ihnen weitere Fragen auf der Zunge liegen.)

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