Interkulturelle Hochzeiten

Es ist noch keine Ewigkeit her, dass Evangelische und Katholiken „wie selbstverständlich“ miteinander und untereinander heiraten „dürfen“. Heute kommen viele von diesen ebenfalls zum Freien Theologen, weil sie es anders – weil sie es individueller und persönlicher haben wollen.

Aber auch dieses Bild gehört inzwischen zu unserem „Alltag“ wie fast selbstverständlich dazu: Eine junge Türkin will einen Deutschen heiraten, ein junger Iraner eine Bulgarin, ein Spanier eine Schwäbin oder eine Griechin einen Türken. Oft gibt es in der zweiten bzw. dritten Generation hier lebender Menschen mit Migrationshintergrund einen sog. Traditionsabbruch. Dann werden von den jeweiligen Familien her bekannte kulturelle oder religiöse Inhalte oft nur noch als Kulisse für eine Hochzeit verstanden. Manchmal müssen diese jedoch ganz bewusst mit aufgegriffen werden!

Der Gang zum Standesamt reicht den jungen Leuten aus diesem Grund ebenso wenig wie Personen ohne ausländische Wurzeln. Was aber, wenn zudem die verschiedenen Kulturen sich bei einer Heirat absichtlich begegnen sollen? Und der orthodoxe Priester, der muslimische Hodscha oder der hiesige Pfarrer vor Ort nicht mitspielen kann oder will?

Gerade in diesen Fällen ist es gut, dass es die Freien Theologen und Theologinnen gibt, welche nicht bloß ein interdisziplinäres Studium hinter sich haben, sondern auch in der Praxis zahlreiche Erfahrungen gesammelt haben, die sie behutsam und rücksichtsvoll auf die jeweiligen „Ausgangspunkte“ eingehen lassen; im Wissen, dass die verschiedenen Religionen und Kulturen oftmals miteinander verwandt sind und zahlreiche „Überschneidungspunkte“ haben, welche sich so einflechten lassen, dass ein „Zielpunkt“ nie außer Acht kommt: „Hier heiratet heute ein Liebespaar, das mit seiner eigenen Geschichte und selbstgewählten Zukunft im Mittelpunkt steht.“

Peter Kessner

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

 

 

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