Hochzeit ohne Kuss

In der westlichen Kultur ist der Hochzeitskuss eines der selbstverständlichsten Elemente einer Trauung. Egal, ob beim Standesamt, in der Kirche oder bei der freien Trauung unter blauem Himmel, auf den Hochzeitskuss freuen sich alle.

Und das nicht nur, weil die Zeit der vielen Worte dann erstmal überstanden ist. Für das Brautpaar ist der Kuss schon ein ganz besonderer Moment. Die Ringe sitzen, das „Ja“ ist gesagt, beim Kuss sind beide für einen Augenblick ganz nah beieinander. Trotzdem spüren sie, dass alle zuschauen, dass die Fotografen diesen Moment für immer festhalten wollen.

Schon wegen der Kameras darf – nein sollte der Hochzeitskuss mehr sein, als eine kurz gehauchte Lippenberührung.

Doch manchmal wird auf dieses Ritual verzichtet. Wenn einer der Partner aus einer Kultur kommt, in der öffentliches Küssen tabuisiert ist, kann es keinen Hochzeitskuss geben. Die Familie dieses Heiratenden wäre nur peinlich berührt.

Eventuell können andere Rituale an die Stelle des Kusses treten. Beide Partner verbeugen sich und berühren sich mit der Stirn, sie trinken gemeinsam aus einem Becher, sie flechten miteinander ein Hochzeitsband, das dann beim Segen symbolisch ihre Hände verbindet.

Ich finde wichtig, dass alle verstehen, was das Ritual ausdrücken und bewirken soll. Dann sind die Gäste mit ganzem Herzen dabei!

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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