Freie Theologin – ein sehr spezieller Beruf

Immer wieder werde ich gefragt, was das eigentlich ist: Eine Freie Theologin. Meine Antwort lautet: Ich bin Diplom-Theologin und ich bin nirgends angestellt – daher bin ich „frei“.

Den Freiheitsaspekt meiner Arbeit genieße ich sehr, denn dadurch habe ich großen Spielraum in der Ausgestaltung meiner Arbeit als Freie Theologin. Persönlich sehe ich mich zum einen als Dienstleisterin, die sich bemüht die Wünsche der Auftraggeber bestmöglich zu erfüllen. Zum anderen sehe ich mich aber auch als Seelsorgerin und in dieser Funktion versuche ich, auch „zwischen den Zeilen“ zu lesen. Manchmal ist mehr die Dienstleisterin gefragt, manchmal mehr die Seelsorgerin.

Schwierig wird es, wenn ich versuche den Begriff „Freie Theologin“ auf englisch zu erklären. „Free“ heißt nämlich „kostenlos“ und es hat länger gedauert, bis ich gemerkt habe, warum meine Gesprächspartnerinnen und -partner es amüsant fanden, dass ich mich als „Free Theologian“ vorgestellt habe. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, mich auf Englisch „Secular Theologian“ zu nennen.

Zum Glück ist im deutschsprachigen Raum der Begriff „Freier Theologe“ inzwischen sehr etabliert. Brautpaare, die eine Freie Trauung planen, suchen gezielt nach Freien Theologen. Sie vermuten zu Recht, dass eine Freie Theologin eine fundierte Ausbildung hat und qualitativ hochwertige Arbeit leistet.

Sowohl bei Hochzeiten als auch bei Trauerfeiern ist meine Erfahrung, dass etwa die Hälfte der Menschen eine rein weltliche Zeremonie von mir möchte. Die andere Hälfte sucht mich gezielt auf, weil auch religiöse Elemente vorkommen sollen.

Jutta Hamm

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

 

1 Kommentar

  1. Iris Dittberner-Glatz sagt

    Was ist eine Freie Theolgin, Freier Theologe. Ja, der Spielraum ist viel größer, angenehm, freier … Das „frei“ erlebe ich nicht als beliebig, sondern dazu gehört für mich auch die innere Verpflichtung meinem gegenüber meinem Gewissen, gegenüber meinem Auftraggeber und gegenüber der Sache.
    Beste Grüße von Iris Dittberner-Glatz

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