Eindrücke vom Frühjahrstreffen der AGFT

Die AGFT ist Arbeitsgemeinschaft und Netzwerk. Seit 2002 treffen wir uns regelmäßig zweimal im Jahr. Der Kontakt miteinander und die gemeinsame Arbeit an den unterschiedlichsten Themen begleitet uns von Anfang an. In diesem Jahr haben wir uns in der Nähe von Regensburg getroffen, diesmal in einem kleinen, aber feinen Kreis.

Normalerweise treffen wir uns in einem abgelegenen Tagungshaus in der Rhön. Doch alle zwei Jahre lädt eines unserer Mitglieder in seine Region ein. Neben der Arbeit an inhaltlichen Punkten erkunden wir die Stadt und sitzen einfach mal so gemütlich in Kaffehäusern herum. Diesmal war Regensburg unser Ziel. Und wir haben einen Ausflug zur Walhalla gemacht. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag.

Austausch unter Kolleginnen und Kollegen

Die meisten von uns arbeiten allein vor sich hin. Als Freiberufler gibt es selten ein Team, das sich austauschen kann und die Arbeit gemeinsam verantwortet. Das macht mir den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen so wertvoll. Ich kann nicht nur von meinen eigenen Erfahrungen erzählen, sondern bekomme hilfreiche Rückfragen und kompetente Hinweise, denn die anderen kennen „das Geschäft“ ja von innen, haben ihre Lösungen gefunden und ihre Entscheidungen getroffen. Trotzdem trägt die Begleitung der Brautpaare immer auch eine persönliche Handschrift. Es gibt kein „so und nicht anders ist es richtig“. Den Austausch darüber erlebe ich als sehr fruchtbar.

Von Pannen und von Göttern

Nach der Begrüßungsrunde am Sonntag, machten wir eine Runde über Pleiten, Pech und Pannen in unseren Feiern und wie wir damit umgehen. Pannen, die manchmal einfach peinlich sind, etwa den Bräutigam mit dem falschen Namen anzusprechen. Oder die Fahrt zum falschen Ort, weil man meint die richtige Location anzufahren. Wie mit dem Stress umgehen, wenn dort niemand ist und die Minuten auf der schnellen Fahrt zum richtigen Ort nur so zerinnen? Natürlich, es geht immer darum, mögliche Fehlerquellen zu minimieren. Die höhere Gewalt eines kilometerlangen Staus bleibt. Selbst dem Oberkontroletti passieren Fehler. Es nützt niemanden etwas, vor Scham im Boden zu versinken. Und meistens löst sich die unangenehme Situation mit einer ehrlichen Entschuldigung auf und man kann sich mit ganzer Aufmerksamkeit der Feier widmen.

Tiefergehende Diskussionen brachte die Einheit zum Thema „Götterdämmerung“. Auch wenn wir freie Theologen ganz unterschiedliche persönliche Wege mit der Kirche, dem Glauben und „den Göttern“ gegangen sind, spielt diese theologische und spirituelle Dimension in unsere Arbeit mit hinein. Was sind unsere „Götter“, bzw. was hat deren Stelle besetzt? Welche Art von spiritueller Begleitung oder religiösen Elementen in den Zeremonien fragen unsere Kunden nach? Einhellig stimmen wir darin überein, dass unser Theologe/Theologin-Sein keine wie auch immer geartete Missionierung beinhaltet. Oder wie es ein Brautpaar in einem Gespräch mit mir einmal gesagt hat: „Wir wollen nicht, dass Sie noch einen Dritten (gemeint war Gott) mit in unser Ehebett schicken.“ Als Freie Theologen können wir in die Freie Trauung die Tiefendimension hineinbringen, die aus unser geschichtlicher, philosophischer und ritueller Background hergibt.

In der Orgarunde haben wir zwei Neuaufnahmen beschlossen, einzelne Fragen unserer Zusammenarbeit geplant und organisiert, was als Netzwerk einfach notwendig ist. Ich bin immer wieder froh, dass wir kein Verein sind, von Rechenschaftsberichten, Ämtern und Wahlen verschont bleiben und das Administrative auf ein Minimum beschränkt bleibt. Es funktioniert nun schon seit vierzehn Jahren auf diese Weise. Ich bin ein klein wenig stolz auf unser Netzwerk, das wir das so hinbekommen

Birgit Aurelia Janetzky

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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