Ein gemeinsamer Name für die Ehe?

Ringe bei der Hochzeit

In jedem Traugespräch stelle ich die Frage nach der weiteren Namensführung. Oftmals sehe ich dann ein vielversprechendes, doch leises Lächeln im Gesicht des Mannes und ein fragender, nach Bestätigung suchender Blick in den Augen der Frau. Beide sehen sich an und antworten mit, „das ist noch offen“ oder ein „das klärt sich in den nächsten Tagen“.

Einmal erzählte mir ein Paar – alles war geregelt, die Braut hat dem Wunsch ihres Verlobten zugestimmt, seinen Namen als gemeinsamen Familiennamen zu wählen. Er wusste, wie wichtig ihr jedoch der eigene Name ist. Und auf dem Standesamt überraschte er sie damit, ihren Namen annehmen zu wollen. Die Überraschung und die Freude waren groß.

Wusste unser Staat eigentlich, welch schwierige Entscheidung Paare, meist junge Menschen, heute treffen müssen, als er die Namensführung neu regelte? Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: ich finde die es schon gut, dass die Regelung der Zeit angepasst wurde. Das Problem liegt eher darin, dass wir Menschen Zeit brauchen, um mit Veränderungen leben zu können. Da spielen die Eltern eine Rolle, was die Freunde und Kollegen denken und was die Kolleginnen sagen.

Wenn mir beide dann später mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht von ihrer Entscheidung erzählen und sich freuen, denke ich mir: es ist wieder einmal geschafft.

Anna Held

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

(Bildrechte: Anna Held)

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