Drum prüfe, wer sich ewig bindet… ODER Alles hat seine Zeit

Eine Liebesgeschichte, die mich besonders bewegt hat, ist die von Margret und Sabine (Namen geändert). Schon beim Lesen ihrer Geschichte, die sie mir im Vorfeld getrennt voneinander aufgeschrieben hatten, wuchsen mit jeder Seite meine Verwunderung und mein Erstaunen.

Als die beiden älteren Damen dann auf der roten Couch in meinem Büro saßen und erzählten, wurde dies nicht weniger. Als zwei junge Frauen hatten sich Margret und Sabine Ende der Siebziger Jahre im tiefsten Westberlin kennengelernt: Margret, die englische Studentin, die zum Deutsch lernen nach Berlin gekommen war. Sabine, zu dieser Zeit bereits Mutter von vier Kindern, gerade getrennt von ihrem Mann, die in einem Kinderladen arbeitete.

Ihr Paarsein durchlief in den nachfolgenden Jahren dann verschiedenste Phasen. Zehn Jahre Fernbeziehung, Zeiten glücklichen und harmonischen Zusammenseins in England, Auszeiten und Trennungen, Wieder-zueinander-Finden. Sie lebten ihre Beziehung in großer Freiheit und Offenheit, zugleich aber mit einer ebenso großen Beständigkeit füreinander. Diese besondere Form der Treue und Loyalität schien mir eine der vielen Besonderheiten ihres Miteinanders zu sein: Nie haben die Beiden gänzlich den Kontakt verloren, immer war da ein Faden, der sie miteinander in Verbindung blieben ließ und wohl auch eine tiefe innere Gewissheit „Wir gehören zusammen. Wir sind ein Paar“.

Als sie dies im Rahmen Ihrer Trauung und Hochzeit dann so auch ganz offiziell zueinander und vor ihren Gästen sagen konnten, währte dieses Paarsein – mit allen Veränderungen und Entwicklungen – seit 38 Jahren. Alles im Leben hat eben seine Zeit.

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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