Die Liebesgeschichte erzählen …

Ein wichtiges Detail für eine Festrede ist die Liebesgeschichte des Paares. 

Wenn ein Paar mit mir die Freie Trauung vorbereitet, lade ich Sie zu einem längeren Gespräch ein. „Was sollen wir vorbereiten“? ist eine der häufigsten Fragen. Antwort: „Gar nichts. Einfach erzählen, wie Ihr Euch kennen- und lieben gelernt habt“.

Und dann erlebe ich immer wieder die Verzauberung auf den Gesichtern, wenn die Paare von Ihrem Anfang erzählen. Bei der Verabschiedung der Satz:“… so intensiv reden wir da ja nicht drüber. Gut, das noch mal voneinander zu erfahren und zu wissen“.

Ja, die Liebe hat etwas mit dem Anfang zu tun. Eintauchen in das Geschehen, in das Begegnen, in das Aufkeimen von etwas ganz Besonderem.

Das hat eine ganz wichtige Funktion. Immer wieder abzugleichen: Was spüren wir vom Zauber des Anfangs?  Was haben wir dazu gewonnen?  Was hat sich verändert? Was sollte sich (wieder) verändern?

Sich ab und an vom Anfang zu erzählen – es ist eine Möglichkeit, dem schleichenden Zerfall entgegenzuwirken. Auch an einer wunderschönen Liebesgeschichte nagt der Zahn der Zeit.

Es ist gut, diese schöne Erfahrung miteinander so früh zu machen. Brautpaare sind gewöhnlich noch nah dran an ihrem Liebesbeginn und erleben doch das einander erzählen so bereichernd, denn: „Wo Liebe entsteht, kommt ein Wirbel auf wie vor dem ersten Schöpfungstag.“ (Ingeborg Bachmann)

Iris Dittberner-Glatz

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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