Die Hochzeiten, das Heiraten hat sich verändert

Noch vor rund 30 Jahren gab es bei Trauungen genau zwei Möglichkeiten: standesamtlich und kirchlich – oder nur auf dem Standesamt. Vor etwa 25 Jahren kamen die Freien Trauungen dazu: als Ergänzung zur rechtlichen Vermählung oder/und als Ersatz für die kirchliche Hochzeit – bis vor zehn Jahren meist noch von Freien Theologen vollzogen. Inzwischen sind viele, viele weitere Trauredner dazugekommen – meist junge Hochzeitsrednerinnen (die oft durch eigene private, positive Erfahrungen zu dieser „Profession“ motiviert wurden).

Manche Menschen reden bei Trauzeremonien von der Veränderung des „Marktes“, manche von mehr hinzugekommenen Möglichkeiten, was die individuelle und persönliche Gestaltung anbelangt. Verschiedentlich tauchen Klischees und Verdächtigungen auf: Zum Beispiel schreibt jemand in einer bekannten Zeitschrift – sinngemäß: „Heiraten ist Frauensache – die Männer sind auch dabei.“ Immer mehr Fernseh-Formate, vor allem auf privaten Sendern, würden für eine wachsende Kommerzialisierung des Heiratens als bloßem Event sorgen. Oberflächlichkeit löse Tiefgang ab – Momenthascherei die dauerhafte Verbindlichkeit.

Was stimmt: Die Zahl der Freien Zeremonien hat sich in den letzten fünf Jahren ungefähr verzehnfacht, toll – die Zahl der Anbieter mindestens verzwanzigfacht, das schafft zuweilen Ängste und Vorbehalte. Das alles interessiert heutige Brautpaare, die „sich trauen (lassen wollen)“, überhaupt nicht – sondern eher solche Fragen wie: „Wer unterstützt uns bei der bewussten Entscheidung füreinander mit einer angemessenen Begleitung?“ „Wir haben noch keine Erfahrung mit Preisen und Praxis – wer erscheint uns mit seiner Leistung und der dazugehörigen Einstellung als glaubwürdig?“

Ich finde: Wer bis hierher gelesen hat, wird auf dieser Website bestimmt guten Gewissens fündig!

Peter Kessner 

(Die Darstellung und Beurteilung dieses Themas gibt die Meinung des Autors/ der Autorin wieder, nicht automatisch aller Mitglieder der AGFT)

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