• Schnecke als Symbol für Langsamkeit

    Rituelle Langsamkeit

    Picknick im Friedwald. Jede Menge Hunde – von klein bis groß – lagern idyllisch im Gras. Auf dem Weg in den finstern Tann zum Baumgab umspringt die ganze Zeit ein Rauhhaardackel, ihr Totemtier, die Urne. Dort am Grab fällt mir auf, wie sich die Angstellte auf beide Knie niederlässt, um dann die Urne sehr zentriert in die Erde zu senken.

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  • leere Flaschen nach einem Fest

    Einladung zur „Flennes“

    Bei einer Trauerfeier in Bensheim – was im Hessischen bedeutet – werde ich nonchalant zur Flennes bzw. zum Flannerts eingeladen. Flennes, das Wort lasse ich mir auf der Zunge zergehen, das klingt doch endlich einmal anders als  ‚Leichenschmaus‘ oder gar  das banale ‚Trauerkaffee‘.

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  • Stein Spiegelung

    Buchbesprechung zu Thomas Glavinics Roman „Das größere Wunder“

    Durch die Hand einer Freundin wurde der Roman von Thomas Glavinic  zufällig an meinen sommerlichen Lesestrand angespült. Und warf Wellen… „Antworten werden überschätzt“, heißt ein Satz, der dir bleibt.  Ein durchgehendes Motiv in diesem – ja was eigentlich? – Liebes-, Schelmen-, Geschichtenerzähler- , philosophischen und/oder ironisch-zeitkritischem  Roman. Das alles und noch einiges darüber hinaus, lässt sich in diesem facettenreichen Werk entdecken.

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  • Hochzeitspaar Pferd Pferdehof

    Und wenn es mal holprig wird, ist das keine Katastrofe … .

    Ich komme auf dem weitläufigen Hof an, es ist ein Pferdegestüt. Der Sohn des Hofes heiratet heute. Ich frage nach dem Platz für die Zeremonie – „Na, dort wo Sie das E-Piano hören. Die Brautmama übt schon den ganzen Vormittag“.

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  • Gelassenheit und Energie im Hochzeitsritual

    Kürzlich bei einer Hochzeitsfeier. Die Trauzeugin nimmt mich in Empfang, um letzte Details zu klären. Die Atmosphäre oszilliert in angenehmer Weise zwischen Freundlichkeit und gesapnnter Erwartung. Der Trauzeuge moderiert noch kurz den Einzug des Brautpaares an, dann schweben sie schon in einem gläsernen Aufzug nach oben.

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  • Ha Shem oder der Name

    „Ich habe mich immer so geschämt“, erzählt mir seine Frau während des Trauergesprächs, „weil er immer alle Leute geduzt hat! Und wenn ich ihm gesagt habe, er solle damit aufhören, dann hat er nur gesagt, ‚Mit dem Herrgott bin ich per du und die soll ich siezen‘?“

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  • El Dorado – oder woher wir kommen

    Wer nach einer Schlüsselgeschichte für unser Verhältnis zur Welt insgesamt sucht, hier ist sie: El Dorado! Das ist spanisch und bedeutet übersetzt: Der Goldene.

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  • Erinnern, Sammeln, Sortieren, Vernichten…

    „Du darfst nicht mit Deinen Kunden per Whats App kommunizieren!“ sagt meine Datenschutzbeauftragte! Eigentlich mache ich das auch gar nicht, ich schreibe Mails, ganz selten auch Briefe.

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  • Die Elbphilharmonie oder von der Komposition einer Rede

    Wir fahren gemütlich durch die halbe Republik zum runden Geburtstag einer Kollegin. Bei der Einfahrt in die Hansestadt schimmert das Licht golden gegen den ultramarinblauen Abendhimmel. Selbstredend geben wir auf ihrer Fête einen Rapp wie zwei Lieder zum besten, begleitet von einem Freund an der Gitarre. Er berichtet mit vor Begeisterung glitzenden Augen, dass er nun den Satz der Philosophen „Übung ermögliche Freiheit“ verstehe, da er den Song so lange geübt habe, bis er den Text dazu locker hinzufügen konnte.

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  • Berührung

    Wir im nördlichen Europa leben in einer Kultur, die mehr und mehr vom Intellekt geprägt wird.  Möglichkeiten zu Berührungen werden weniger und weniger. Küsschen hier und da, eine Umarmung, ja schon das Hände schütteln zur Begrüßung werden ständig uncooler.

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