• Die Elbphilharmonie oder von der Komposition einer Rede

    Wir fahren gemütlich durch die halbe Republik zum runden Geburtstag einer Kollegin. Bei der Einfahrt in die Hansestadt schimmert das Licht golden gegen den ultramarinblauen Abendhimmel. Selbstredend geben wir auf ihrer Fête einen Rapp wie zwei Lieder zum besten, begleitet von einem Freund an der Gitarre. Er berichtet mit vor Begeisterung glitzenden Augen, dass er nun den Satz der Philosophen „Übung ermögliche Freiheit“ verstehe, da er den Song so lange geübt habe, bis er den Text dazu locker hinzufügen konnte.

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  • Wie ein Märchen aus 2018

    Manchmal kommt mir beim Schreiben einer Festrede als erste Formulierung in den Sinn: „… damals, als das Sieb noch im Stroh lag, so begannen die alten Märchen …“

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  • Berührung

    Wir im nördlichen Europa leben in einer Kultur, die mehr und mehr vom Intellekt geprägt wird.  Möglichkeiten zu Berührungen werden weniger und weniger. Küsschen hier und da, eine Umarmung, ja schon das Hände schütteln zur Begrüßung werden ständig uncooler.

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  • Das Leben ist ein Fest – Kinotipp

    Jetzt in den Sommermonaten wird viel geheiratet. Mögen alle Brautpaare von gravierenden Pannen verschont bleiben. Im Kino können wir über all das Lachen. Das geht wunderbar mit dem Film „Das Leben ist ein Fest“.

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  • Zufriedenheit?

    Eine gute Freundin, von Beruf Psychologin, erzählte mir folgende Geschichte: „Kommt da eine ältere Frau, so um die 70, die schon länger bei ihr sei, noch ganz empört und berichtet völlig außer sich, von ihrem Mann, der den ganzen Tag im Garten gearbeitet hat, um dann am Abend wohlig seufzend zu ihr zu sagen, wie zufrieden er nun doch sei! Und ja, so meinte sie, auch sie hätte gesehen, welch großes Stück er bearbeitet und dass ihr Garten nun wirklich wieder schöner geleuchtet habe. Aber z u f r i e d e n?? Nein, Zufriedenheit, das sei doch wirklich etwas ganz anderes!“

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  • Wachsende Kreise…

    „Ich lebe meine Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, doch versuchen will ich ihn“, so Zeilen aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke.

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  • Buchempfehlung – Gestern Unterwegs von Peter Handke

    Wir ziehen oft um: die letzten 20 Jahre im Schnitt alle drei Jahre. Da wir die Kisten selber schleppen, überlegen wir genau, was brauchen wir wirklich und was ist überflüssig. Besonders bei den Bücherkisten stellt sich diese Frage stets mit „besonderem Gewicht“. Entsprechend wenige Bücher ziehen mit uns um. ‚Gestern Unterwegs‘ ist so ein seltenes Exemplar, ein echtes >Vademecum<,  das begleitet, stärkt und tröstet.

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  • Begreifen was nicht ist – Buchempfehlung

    Marlene ist gestorben. Sie hat 15 Jahre gelebt.  Marlene ist die Tochter meiner Kollegin Daniela. Dass sie es bleibt, auch nach ihrem Tod, lese ich aus jeder Zeile. Daniela hat Mails veröffentlicht, die sie nach dem Tod von Marlene geschrieben hat – ich fühle mich beim Lesen eingeladen teilzuhaben – teilzunehmen an dem, was sie erlebt. Ich lese und lese und fühle mich beschenkt.

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  • Liebe, die jeglichen Rahmen sprengt

    Welch‘ Bild wäre passender für die Liebe, als unterwegs zu sein in einem Planwagen? Einerseits zusammen und geschützt, zum anderen offen und ausgesetzt. Gemeinsam voranzukommen, langsam aber stetig.

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  • Nackt und bloß auf der Walz

    Woher nur nimmt dieser schmale 34jährige Mann aus der Großstadt, ohne Erfahrung im Unterwegs-sein oder Wandern, den Schwung einfach aufzubrechen? Mit einem 28 kg schweren Rucksack auf dem Rücken, unpassender Kleidung, ungeeigneten Schuhen, vor seinem Bauch ein Holzbrett dazu seine Freundin im dritten Monat schwanger?

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